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Yana Vekshyna zeigt mit ihrem Weg von der Erstellung einer Bachelorarbeit bis hin zur Veröffentlichung ihres Buches „Cyrillize it“ die unvorhersehbaren Wege der Kreativität und der akademischen Forschung auf. Yana erinnert sich humorvoll daran, dass dies zunächst unbeabsichtigt geschah – sie bezeichnet es als Zufall. Unter verschiedenen Ideen fühlte sie sich zu einem Thema hingezogen, bei dem es darum ging, ihr eigenes kulturelles Erbe durch Typografie zu würdigen – und traf damit genau den richtigen Nerv. Yana erkannte den einzigartigen Reiz und die Qualität ihrer Abschlussarbeit und beschloss, diese zu veröffentlichen, ermutigt durch die Unterstützung ihres Professors. Wir haben Yana zu ihrem Werdegang interviewt.

Yana Vekshyna

Design

BA Graphic Design and Visual Communication

Graduation Year: 2020

Welche Herausforderungen gab es auf Ihrem Weg zur Veröffentlichung Ihrer Dissertation und deren Umwandlung in ein Buch?

Bei meinem Bestreben, ein Buch im Bereich Design zu veröffentlichen, habe ich mich intensiv mit verschiedenen Verlagen beschäftigt. Obwohl ich eine überzeugende Präsentation erstellt hatte, waren die Rückmeldungen spärlich, und die meisten Verlage antworteten gar nicht. Glücklicherweise spielte mein Professor eine entscheidende Rolle, indem er mich persönlich dem Verleger des Niggli Verlags vorstellte, mit dem ich schließlich einen Vertrag abschloss. Dies hat mir Zugang zu vielen neuen Informationen verschafft, beispielsweise zu Druckbedingungen, Tantiemen und Honoraren. Es stellte sich zudem heraus, dass ich die Druckkosten selbst tragen musste, was in der Tat eine Herausforderung darstellte. Obwohl ich mir eine teilweise Unterstützung durch Bl sichern konnte, erwies sich die Beschaffung zusätzlicher Mittel als schwierig, da es sich um ein privates Projekt handelte und nicht um ein akademisches. Von Anfang an hat mir mein Professor eine wichtige Warnung gegeben, die mich auf den Boden der Tatsachen zurückholte: „Mit dem Buch wirst du nicht viel Geld verdienen, aber darum geht es ja auch nicht, oder?“ Dennoch habe ich mich davon nicht entmutigen lassen. Also recherchierte ich weiter, vertiefte mich in den Inhalt meiner Dissertation, fügte Kapitel hinzu und verwandelte sie in ein Buch. Außerdem musste ich mich an die Anforderungen des Verlags anpassen und die rechtlichen Verfahren befolgen, womit ich als Studentin zuvor noch nie konfrontiert worden war. Meine größte persönliche Herausforderung war jedoch der Umgang mit dem Impostor-Syndrom: Ich zweifelte daran, die richtige Person zu sein, um ein so ernstes Werk zu kuratieren und zu produzieren, und hatte wachsende Bedenken hinsichtlich unvorhergesehener Ereignisse, die die Relevanz meines Buches beeinflussen könnten. Und so unwahrscheinlich es auch schien – diese Befürchtungen wurden Realität, als der Krieg in der Ukraine ausbrach. Das hat mir deutlich vor Augen geführt, dass ich das Thema Politik im Design nicht vermeiden kann, insbesondere wenn es um so kulturell verwurzelte Themen wie die Schrift geht.

Welche nennenswerten Ergebnisse oder Reaktionen haben Sie nach der Veröffentlichung erlebt?

Meine Sichtbarkeit als Designerin hat deutlich zugenommen, und ich hatte die Gelegenheit, mit vielen neuen Fachleuten aus dem Bereich Design in Kontakt zu treten. Überraschenderweise fand ich mich auf der anderen Seite der akademischen Welt wieder, da ich eingeladen wurde, an öffentlichen Vorträgen und Vorlesungen teilzunehmen, z. B. an der Fachhochschule Trier und der Universität der Künste Berlin. Ich erhielt viel wertvolles Feedback zu meinem Buch sowie konstruktive Kritik. Ein Teil davon war jedoch angreifend, was ich zwar erwartet hatte, das aber dennoch einschneidend war, als ich es am eigenen Leib erlebte. Jedenfalls war ich vor dem Verfassen der Abschlussarbeit kaum mit dem Thema Kyrillisch vertraut, doch mittlerweile ist es zu einer meiner Leidenschaften geworden. Ich werde häufig von Menschen kontaktiert, die Informationen zum kyrillischen Alphabet oder zum osteuropäischen Design suchen, und mein Interesse an diesem Thema vertieft sich immer mehr, je weiter ich forsche. Das Buch scheint nur der Anfang dieser Reise zu sein.

TIPPS

Erstellen Sie eine überzeugende Pitch-Präsentation: Ein gut vorbereiteter Pitch kann Ihre Chancen, von Verlagen wahrgenommen zu werden, erheblich erhöhen.

Knüpfen Sie Kontakte in der Branche: Networking ist in der Verlagsbranche entscheidend.

Zögern Sie nicht, Ihre Kontakte zu nutzen, um Sichtbarkeit und Chancen zu gewinnen.

Passen Sie Ihre Erwartungen an: Auch wenn das Veröffentlichen lohnend sein kann, ist es wichtig, realistische finanzielle Erwartungen zu haben.

Setzen Sie Ihre Hoffnungen nicht zu hoch, mit Ihrer Veröffentlichung erhebliche Gewinne zu erzielen.

Lassen Sie sich von nicht reagierenden Verlagen nicht entmutigen: Ablehnungen gehören zum Prozess dazu. Wenn Verlage nicht antworten, bleiben Sie beharrlich und erkunden Sie andere Wege.

Beachten Sie das Urheberrecht: Stellen Sie sicher, dass Sie die urheberrechtlichen Bestimmungen während des gesamten Veröffentlichungsprozesses verstehen und einhalten.

Bereiten Sie sich auf Kritik vor: Seien Sie mental darauf vorbereitet, auf Kritik oder negative Reaktionen zu stoßen, und entwickeln Sie Strategien, um konstruktiv damit umzugehen. Konzentrieren Sie sich darauf, aus fundiertem Feedback zu lernen und das Vertrauen in Ihre Arbeit zu bewahren.

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