Ich habe 2016 meinen Bachelor in Architektur an der University School of Architecture and Planning (IP University) in Neu-Delhi abgeschlossen. Damals war ich mir sicher, dass ich mich auf den Bereich Innenarchitektur spezialisieren möchte. 2019 habe ich mich bei Berlin International für den Masterstudiengang Innenarchitektur eingeschrieben. Ich habe mein Studium letztes Jahr mitten in der Pandemie abgeschlossen. Derzeit arbeite ich bei Hungenberg Sieber in Berlin. Wir planen und gestalten in erster Linie Büros und Arbeitsräume und bieten darüber hinaus Projektmanagement sowie Umzugsdienstleistungen an. Als Innenarchitektin ist es üblicher, in einem Designstudio zu arbeiten, das sich auf die Gastgewerbebranche spezialisiert hat – also auf die Gestaltung von Hotels, Restaurants und Ausstellungsräumen. Ich habe mich jedoch schon immer für die Untersuchung von Arbeitsräumen interessiert, was sich auch in meiner Arbeit für das Forschungskolloquium während des Masterstudiums widerspiegelte. Es ist interessant, inmitten eines dynamischen Umfelds zu arbeiten, da die COVID-19-Pandemie einen deutlichen Wandel hin zum Homeoffice und zur Schreibtischteilung – „die neue Normalität“ – mit sich gebracht hat. Dies hat zu einer Neugestaltung der „New Ways of Working“ (NWOW) geführt.
Das Beste an meinem Masterstudium an der BI war, dass jeder, den ich dort traf, einen anderen Bildungshintergrund hatte – Produktdesign, Innenarchitektur, Architektur. Daher brachte jeder Studierende etwas Einzigartiges mit. Ich habe an der BI einige wirklich gute Freunde und Designpartner gefunden. Wir saßen stundenlang zusammen, meist in einem Café, manchmal auf dem Campus, und präsentierten uns gegenseitig unsere Entwürfe. Wir forderten uns gegenseitig im Design Thinking heraus. Das half uns nicht nur, unsere Design- und Grafikfähigkeiten zu verfeinern, sondern verbesserte auch unsere Präsentationsfähigkeiten.
Bei Hungenberg Sieber arbeiten wir derzeit an den New Work SE-Büros in Wien und Hamburg. Unser Leistungsumfang umfasst die Designkonzeption, die Büroplanung, die Projektdurchführung und das Projektmanagement. Außerdem arbeiten wir am DB Tower in Berlin, wo unser Leistungsumfang die Büroplanung sowie das Projekt- und Umzugsmanagement umfasst. Wir freuen uns darauf, das Projekt in Wien bald abzuschließen. Hier können Sie sich unsere veröffentlichten Projekte ansehen.
Probiert so viel wie möglich aus. Geht kein Risiko ein – durchbrecht diese Symmetrie! Das Studium ist die Zeit, in der man Fehler machen und daraus lernen kann, ohne dass das Risiko von Klagen durch Kunden groß ist. Entwickelt außerdem eure Softwarekenntnisse weiter, schafft euch dabei aber eine Komfortzone. Jedes Büro verwendet andere Software, daher sollten Sie offen dafür sein, während der Arbeit Neues zu lernen und sich neue Fähigkeiten anzueignen.
Als Architekten sind wir darauf programmiert, das Gebäude zu schützen, und gehen dabei meist konservativ vor, besonders bei historischen Gebäuden. Als Innenarchitekt muss man hingegen darüber nachdenken, ob ein Gebäude dem Zweck der Atmosphäre dient, die man schaffen möchte, und was passiert, wenn ein Teil oder das gesamte Gebäude nicht existiert. Während meines Masterstudiums stellte es eine zentrale Herausforderung dar, mich von einem Gebäude zu lösen. Im Laufe meiner Designprojekte lernte ich, mehr über den Raum nachzudenken und nicht nur über die Struktur. Ich verstand auch, wie man mit den X-, Y- und Z-Achsen spielt, um unterschiedliche Raumerlebnisse zu schaffen. Zum Beispiel die Deckenhöhe (Z) zu verringern, um in einem weitläufigen Raum einen intimen Bereich zu schaffen, ohne Wände (X, Y) zu errichten. Es hilft auch, den Blickwinkel von der Vogelperspektive auf die Augenhöhe des Menschen zu verlagern – und so jeden Winkel und jede Ecke näher zu betrachten. So kann man sich besser auf die Wirkung von Farben und Materialien auf die Qualität eines Raums konzentrieren.
Mein Arbeitstag beginnt zwischen 8:15 und 8:30 Uhr mit einem obligatorischen COVID-Test an der Rezeption, der zweimal pro Woche durchgeführt wird. Das Team trinkt gemeinsam seinen Morgenkaffee und tauscht sich dabei über Privates und Berufliches aus – wir informieren uns gegenseitig über Familie und Projekte. Da es sich um ein kleines Büro mit 6–7 Mitarbeitern handelt, sind wir alle wie eine eng verbundene Familie. Wenn man seine Arbeit präsentiert, sind die rhetorischen Fähigkeiten genauso wichtig wie die grafischen. Es ist wichtig, dass man seine Ideen verkaufen kann. HEISSER TIPP Anschließend begeben wir uns an unsere jeweiligen Arbeitsplätze, um die Arbeit des Tages zu beginnen. Unsere Projekte erfordern viel Abstimmung zwischen den Kunden und unserem Team, und der Tag verläuft meist mit Brainstorming, Planung, Gestaltung und der Erstellung einer Präsentation. Oft entwerfe ich Kunstinstallationen, um unseren Projekten den „Wow-Faktor“ zu verleihen. Die Arbeit wird hier nie wirklich eintönig; jede Woche gibt es etwas Neues und Interessantes. An Homeoffice-Tagen finden oft Online-Teambesprechungen statt. Mein Arbeitstag endet normalerweise zwischen 16:30 und 17:00 Uhr.